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„Do svidanija“: Deutsche Bank verlässt Russland – 200 Stellen fallen weg – Reiche Kunden werden weiter vor Ort betreut

Nach einer Geldwäsche-Affäre beendet die Deutsche Bank ihr Investmentbanking-Engagement in Russland. Der neue Vorstandschef John Cryan greift damit hart durch und lässt seinen Ankündigungen, das Geschäft auszudünnen, nun Taten folgen. Ziel sei es, Komplexität, Kosten, Risiken und Kapitalaufwand zu reduzieren. Bis Ende des Jahres soll die Schließung abgeschlossen sein. Rund 200 der 1.300 Stellen in Russland werden dadurch wegfallen.
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Geldwäsche-Affäre nicht erledigt

Bisherige russische Kunden sollen künftig statt aus Moskau nun aus internationalen Finanzzentren wie Frankfurt und London betreut werden. Die Entscheidung Cryans zu Russland war bereits erwartet worden. In der russischen Föderation war Deutschlands größtes Geldhaus verdächtigt worden, Schwarzgeld russischer Kunden im Ausmaß von mindestens sechs Mrd. Dollar gewaschen zu haben. Das US-Justizministerium, mehrere Aufsichtsbehörden und die Bank selbst ermitteln in dem gegenständlichen Fall.

Wer jedoch mehr auf der hohen Kante hat, den will die Deutsche Bank aber auch weiterhin vor Ort betreuen, wenngleich die Verwaltung der Konten ins Ausland verlagert werden soll. Mit dem Global Transaction Banking, zu dem der Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierungen und andere Dienstleistungen zählen, wird die Deutsche Bank in Russland ebenfalls weiter vertreten bleiben. Russland-Chef Jörg Bongartz war nach neun Jahren bereits aus Moskau abgezogen worden. Er soll sich künftig von Frankfurt aus um Kunden in Mittel- und Osteuropa kümmern.

Aussender: pressetext, Florian Fügemann
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Redaktion: TG / Hallo-Holstein