Altenpflege ist Zukunftsbranche – Start der landesweiten Aktionswoche…

KIEL. Heute (8.11.) eröffnet Arbeits- und Sozialminister Dr. Heiner Garg in Kiel die landesweite Aktionswoche „Zukunftsbranche Altenpflege“ gemeinsam mit Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, und Anke Schimmer, Sprecherin des Forum Pflegegesellschaft. In zahlreichen Veranstaltungen können sich Interessierte in der kommenden Woche landesweit über Pflegeberufe informieren. Dazu betonte Garg: „Die große Mehrheit der Auszubildenden im Pflegeberuf würde die Entscheidung für diese Ausbildung wieder treffen – aber zu wenige entscheiden sich für den Beruf. Das wollen wir ändern. In der Aktionswoche können sich Schülerinnen und Schüler aber auch alle anderen selbst ein Bild vom Pflegeberuf machen: Nutzen Sie die Chance und besuchen Sie Einrichtungen oder Berufsinformationszentren und sprechen Sie mit Pflegerinnen und Pflegern. Viele, die diese wertvolle Arbeit täglich leisten, machen sie gerne – trotz unbestritten schwieriger Rahmenbedingungen. Wer sich für den Beruf entscheidet, kann sicher sein: Er oder sie wird gebraucht. Heute und morgen noch deutlich mehr. Altenpflege ist ein Jobmotor der Zukunft. Wir müssen gemeinsam alles daran setzen, dass er rund läuft. Dies ist Herausforderung und Chance zugleich“.

Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, betonte: „Die demografische Entwicklung ist unerbittlich. Allein die Zahl der Pflegebedürftigen wird landesweit bis 2020 um 24,5 Prozent – von 78.000 auf 104.000 – ansteigen. Dies hat natürlich gravierende Folgen für den Arbeitsmarkt. Bereits aktuell sind bei den Arbeitsagenturen Schleswig-Holsteins 685 offene Stellen in der Altenpflege gemeldet. Berücksichtigt man darüber hinaus, dass bis 2020 ein zusätzlicher Bedarf allein an examinierten Altenpflegern in Höhe von 4.000 prognostiziert wird, so zeigt dies die Größe der Herausforderung.“ Wer massive Pflegeengpässe in der Zukunft verhindern möchte, müsse – so Goecke – bereits heute die Attraktivität des Arbeitsfeldes erhöhen und gleichzeitig in Aus- und Weiterbildung investieren. „Wir versuchen unseren Beitrag zu leisten: So haben 2010 in Schleswig-Holstein – gefördert durch die regionalen Arbeitsagenturen und Jobcenter – 410 Frauen und Männer eine Weiterbildung oder Umschulung in der Altenpflege begonnen.“

Für das Forum Pflegegesellschaft, einem Zusammenschluss von Wohlfahrtsverbänden, kommunalen und privaten Anbietern in der Altenpflege, erklärte Sprecherin Anke Schimmer: „Der Beruf der Altenpflegerin oder des Altenpflegers ist gerade in Schleswig-Holstein ein Beruf mit Zukunft, denn bei uns leben überproportional viele ältere Menschen. Zudem wächst ihre Zahl ständig, so dass wir von Jahr zu Jahr mehr gut ausgebildete Fachkräfte in der Pflege brauchen. Die Aktionswoche ‚Zukunftsbranche Altenpflege‘ ist eine gute Gelegenheit, auf einen attraktiven Beruf aufmerksam zu machen. Einrichtungen der Altenpflege bemühen sich bereits jetzt intensiv um neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

Schon heute zeichne sich ein Fachkräftemangel ab. Dieser Entwicklung müsse dringend gegengesteuert werden, erklärte Schimmer weiter. „Wir müssen auch in Schleswig-Holstein mehr ausbilden und diese Ausbildung für die Schülerinnen und Schüler finanziell absichern – sowohl für die jungen Menschen, die sich für diesen Beruf entscheiden als auch für die zahlreichen Umschüler, die aus anderen Berufen kommen.“

Terminhinweise zu Veranstaltungen wie Info-Börsen, Arbeitgebermessen, Ausstellungen und Besuchsmöglichkeiten in Pflegeeinrichtungen, finden Sie unter www.sozialministerium.schleswig-holstein.de.

Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit, 24143 Kiel