Diagnosedaten: Crowd soll weiterforschen (Foto: pixelio.de/Freis)

England macht Gesundheitsdaten online verfügbar – Freier Zugang für Wissenschaftler zur schnelleren Therapieforschung

Stockport – Informationen der umfassendsten Gesundheitsstudie Großbritanniens, der sogennanten „UK Biobank“ http://ukbiobank.ac.uk , werden für Wissenschaftler zugänglich. Bisher wurden rund 20 Terabyte Daten zu über 500.000 Personen gesammelt. Ziel der Biobank ist es, Prävention, Diagnose und Behandlung einer großen Anzahl von Krankheiten wie Erkrankungen des Herzens, Krebs oder Diabetes zu verbessern. Laut Sally Davies, Chief Scientific Adviser Englands, ist die UK Biobank eine „weltweit einzigartige Ressource“.Diagnosedaten: Crowd soll weiterforschen (Foto: pixelio.de/Freis)

Alle Daten zu 500.000 Menschen

 

Seit 2008 wurden Teilnehmer zwischen 40 und 69 Jahren für dieses Projekt gesucht, die Fragen zu Gesundheit, Lebensstil, Ernährung, Gedächtnis, Arbeit und Familiengeschichte beantworten sollten. Zusätzlich wurde eine Reihe von Daten wie Blutdruck, Puls, Größe, Gewicht, Körperfett und Lungenfunktion ermittelt und Blut-, Speichel- und Urinproben gesammelt. Rund 26.000 Diabetiker, 50.000 Personen mit Erkrankungen der Gelenke, 41.000 Abstinenzler und 11.000 Patienten mit einem Herzanfall nahmen teil. Ihr Gesundheitszustand soll nun über einen langen Zeitraum beobachtet werden.

Geplant ist, diese Messungen bei 20.000 Patienten aus der Region um Manchester zu wiederholen. Im Laufe des Jahres werden die Teilnehmer ersucht, eine Woche lang einen Aktivitätsmonitor zu tragen. Zusätzlich wurden 400.000 Fragebögen zur Ernährung ausgewertet. Man hofft, dass die UK Biobank die Fragen beantworten lässt, warum manche Menschen im mittleren Lebensalter an bestimmten Krankheiten leiden und andere nicht. Ziel ist es, neue Behandlungsmöglichkeiten und neue Strategien zur Prävention zu finden. Die Biobank wird für Wissenschaftler aus Großbritannien und aus dem Ausland zugänglich sein. Sie werden die anonymisierten Daten für ihre Forschung nutzen können.

Hoffen auf Nutzung

Rory Collins, einer der leitenden Wissenschaftler, spricht gegenüber der BBC von einem „aufregenden Moment für die medizinische Forschung weltweit“. „Wir sind den Teilnehmern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung dankbar. Sie haben nicht mitgemacht, damit es stehenbleibt. Wir alle wollen, dass diese Daten intensiv genutzt werden.“ Die Biobank wird vom Wellcome Trust, dem Medical Research Council, dem Gesundheitsministerium, der schottischen Regierung, der walisischen Regierung und der British Heart Foundation finanziert.

pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Michaela Monschein
Diagnosedaten: Crowd soll weiterforschen (Foto: pixelio.de/Freis)