Prostatakrebs: Endlich Ausbreitung erforscht

  • Gen NSD2 soll künftig Früherkennung und Behandlung verbessern
Antonina Mitrofanova: Big Data gegen Prostatakrebs (Foto: Nick Romanenko)
Antonina Mitrofanova: Big Data gegen Prostatakrebs (Foto: Nick Romanenko)

New Brunswick, 17.01.19 – Mit NSD2 haben Forscher des Rutgers Cancer Institute of New Jersey http://cinj.org ein spezifisches Gen identifiziert, das bei Prostatatumoren auf ein hohes Risiko der Ausbreitung der Erkrankung hinweist. Eine Behandlung, die auf dieses Gen abzielt, könnte daher laut den in „Nature Communications“ veröffentlichten Studienergebnissen die Lebenserwartung der Patienten erhöhen…

Experimente mit Labormäusen

NSD2 wurde mittels eines Computeralgorithmus identifiziert, der zur Feststellung all jener Krebsgene entwickelt wurde, die sich bei einem Mausmodell ausbreiten und damit die größte Bedeutung für den Menschen haben. Es gelang den Forschern, dieses Gen bei Tumorzellen von Mäusen zu deaktivieren. Dadurch ließ sich die Ausbreitung der Erkrankung deutlich verringern.

Laut Forschungsleiterin Antonina Mitrofanova wird derzeit bei der Diagnose Prostatakrebs festgestellt, wie weit fortgeschritten ein Tumor ist, aber nicht, ob sich die Erkrankung ausbreiten wird. „Wenn wir bereits bei der Diagnose feststellen können, ob sich die Erkrankung wahrscheinlich ausbreiten wird, kann so rasch wie möglich mit einer gezielten Behandlung begonnen und so die Wahrscheinlichkeit der Ausbreitung verringert werden.“

Algorithmus allgemein einsetzbar

Das Team erforscht derzeit ein Medikament, das auf NSD2 abzielen soll. Die Expertin rät Ärzten jedoch dazu, dieses Gen in die Untersuchungen aufzunehmen, damit Patienten mit einem hohen Risiko so rasch wie möglich behandelt werden können. Der Algorithmus kann laut Mitrofanova nicht nur bei Prostatakrebs, sondern auch bei anderen Krebsarten eingesetzt werden. Laut der American Cancer Society http://cancer.org ist Prostatakrebs bei Männern in den USA die zweithäufigste Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Ursache bei Todesfällen durch Krebs.

Aussender: pressetext, Moritz Bergmann
Redaktion: Torben Gösch