Nachweis von Staupe bei Wildtieren in Schleswig-Holstein: Auf Impfschutz bei Hunden achten

KIEL, 15.08.18 – Anlässlich des regelmäßigen Nachweises von Staupeinfektionen vor allem bei Füchsen in Schleswig-Holstein rät das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Hundebesitzern, auf einen ausreichenden Impfschutz bei ihren Tieren zu achten…

Der lückenlose Schutz wird gewährleistet, wenn Welpen und Jungtiere im impffähigen Alter eine Grundimmunisierung erhalten und regelmäßig nachgeimpft werden. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Im Landeslabor wird regelmäßig vor allem bei Füchsen Staupe nachgewiesen. Es handelt sich zumeist um tot aufgefundene oder verhaltensauffällig erlegte Tiere, die von Jägern zur Untersuchung eingesandt werden Die Tiere stammen aus dem gesamten Landesgebiet.

Füchse werden als sogenanntes Virusreservoir des Staupevirus angesehen, das heißt ein Teil der Füchse ist infiziert, erkrankt aber unter Umständen nicht. Durch das reichhaltige Nahrungsangebot und ihre schnelle Lern- und Anpassungsfähigkeit sind Füchse immer häufiger in der Nähe menschlicher Siedlungen anzutreffen. Daher können sich Hunde durch Füchse in ihrer näheren Umgebung oder auch beim Waldspaziergang infizieren. Im erhöhten Maße sind Jagdhunde gefährdet.

Die klinischen Symptome (Verlust der natürlichen Scheu, Schläfrigkeit, Bewegungsstörungen oder auch Aggressivität) der zentralnervösen Form der Staupevirusinfektion können denen bei einer Tollwutinfektion ähneln. Auch wenn Deutschland frei von Tollwut (außer Fledermaustollwut) ist, wird insbesondere bei den beschriebenen Verhaltensänderungen aber auch bei kranken oder tot aufgefundenen Füchsen eine diagnostische Abklärung durchgeführt. Bislang wurde kein Tollwutnachweis geführt.

Wer einen kranken oder toten Fuchs findet, sollte die Revierinhaberin bzw. den -inhaber oder die örtliche Jägerin bzw. Jäger verständigen. Wie immer gilt: Weder lebende noch tote Wildtiere sollten angefasst werden.

Hintergrund:

Die Staupe ist eine durch das Canine Staupevirus hervorgerufene hochansteckende Erkrankung bei Hunden, Füchsen, Waschbären, Marder, Wiesel, Frettchen, Dachsen und Wölfen. Das Virus ist eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt, aber für Menschen ungefährlich. Übertragen wird das Virus durch Speichel, Nasen- und Augensekret sowie Kot und Urin infizierter Tiere. Auf direktem Wege durch gegenseitiges Belecken oder Tröpfcheninfektion sowie indirekt über verunreinigtes Futter, Wasser oder die Umgebung.

Das Krankheitsbild der Staupe ist vielschichtig. Es können Erscheinungen einer Lungenentzündung (Husten, Atembeschwerden), einer Magen-Darmerkrankung (Durchfall, Erbrechen), zentralnervösen Ausfallserscheinungen (Verlust der Scheu, Krämpfe Bewegungsstörungen) oder Hautveränderungen (Ausschläge, übermäßige Verhornung) auftreten. Diese können gleichzeitig oder zeitversetzt nacheinander vorkommen. Je nach Verlaufsform und Schwere des Krankheitsverlaufs liegt die Sterblichkeit zwischen 30 und 80 Prozent. Besonders gefährdet sind Jungtiere durch die Ansteckung an Alttieren, die das Virus in sich tragen und ausscheiden, aber nicht selbst erkrankt sind.

Für die Verbreitung der Staupe spielen unter anderem die Wildtiere als Virusreservoir, die Impfmüdigkeit von Hundehaltern und auch der Ankauf von infizierten Hunden aus dem Ausland eine Rolle.

Aussender: Jana Ohlhoff, Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (SH)
Redaktion: Torben Gösch