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Experten warnen vor niedrigem Ölpreis in den USA – Gallonenpreis bei unter drei Dollar – Ausgangslage auf hohem Niveau

Dallas – US-Konsumenten und der Einzelhandel freuen sich darüber, dass der Benzinpreis in den USA auf ein Vierjahres-Tief gefallen ist. Jedoch gefährdet diese Entwicklung den Energieboom des Landes und könnte damit auch Schaden für die gesamte Volkswirtschaft auslösen. Der Preis für eine Gallone Benzin (3,78 Liter) liegt inzwischen bei unter drei Dollar.Foto: pixelio.de/REK

Gefahr für Produktion im Inland

 

Laut Analysten gewinnt die Wirtschaft bei den aktuellen Preisen aber noch immer mehr gewinnt als sie verliert. Geringere Preise an den Zapfsäulen geben den Autofahrern die Chance, das übriggebliebene Geld für andere Dinge wie Restaurantbesuche oder Reisen auszugeben. Darüberhinaus reduzieren niedrige Ölpreise die Kosten für viele Unternehmen.

Die Experten warnen jedoch auch davor, dass ein weiteres Sinken der Benzinpreise die inländische Produktion abschwächen könnte. Denn es waren vor allem die hohen Ölpreise, die den Energieboom in den USA auslösten und kostspielige Bohrtechniken wie das Fracking profitabel machten. Heute macht die Öl- und Gasextraktionsindustrie immerhin 1,7 Prozent des gesamten US-Bruttoinlandproduktes aus.

Der Preisverfall ist eine Folge des Fracking-Booms, mündet aber gleichzeitig in die Frage, ob die Rentabilität des Verfahrens noch immer gegeben ist. „Wenn die Preise nicht bald anziehen, wird das starke Auswirkungen auf den Markt haben, der gemeinhin als der heißeste Wachstumsmarkt in den letzten vier Jahren gesehen wurde“, meint der Londoner Energieökonom James Williams.

Minimum bei 75 Dollar pro Barrel

Gemäß der International Energy Agency http://iea.org ist die Produktion für 96 Prozent der US-Energiequellen noch profitabel – jedoch nur so lange der Ölpreis bei rund 80 Dollar pro Barrel liegt. Würde jedoch der Preis auf 75 Dollar pro Barrel fallen, dann gingen auch die Analysten davon aus, dass die Energieproduktion stark gedrosselt werden könnte.

Investoren könnten in weiterer Folge über ihre Schieferöl-Anleihen nochmals nachdenken. „Es gab einfach zu viel Investment, dass davon ausging, dass die Preise niemals fallen werden“, meint Philip Verleger, Energieökonom in Carbondale. North Dakota, das vom Schieferölboom am meisten profitierte, hat mit 2,8 Prozent die geringste Arbeitslosenrate in den gesamten USA sowie mit 9,7 Prozent das stärkste Wirtschaftswachstum aller US-Staaten.

„Durch einen Preissturz könnte die Energieprokuktionswirtschaft sehr in Mitleidenschaft gezogen werden“, unterstreicht Ken Medlock, Energieexperte der der Rice University http://rice.edu . Der Mix aus geringeren Investitionen und gedrosselter Produktion könnte die Arbeitsplätze gefährden – und in weiterer Folge auch die Hypotheken, schließt der Branchenfachmann.

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Redaktion: Torben Gösch