Schalter: US-Experten sehen Innovationsmangel (Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)

Auslagerungen verhindern für USA nötige Innovationen – Experten kritisieren Trennung zwischen Forschung und Produktion

New York – Die Beschäftigungsrate im US-amerikanischen Industriesektor ist seit Jahren rückläufig. Gut bezahlte und beständige Jobs für Fertigungsarbeiter sind allerdings das Rückgrat der US-amerikanischen Wirtschaft. Um der Fertigungsindustrie wieder einen deutlichen Schub zu geben, braucht es mehr Innovation, so die Meinung zahlreicher Ökonomen und führender Wirtschaftstreibender. Den Grund für die fehlenden Erneuerungen sehen sie in der hohen Anzahl von Unternehmen, deren Güter im Ausland produziert werden.Schalter: US-Experten sehen Innovationsmangel (Foto: pixelio.de/Rainer Sturm)

 

Workflow und Austausch von Ideen

 

Insbesondere Unternehmen aus Industriezweigen, die komplexe, hochtechnologische Produkte fertigen, sollten darauf achten, ihre Forscher und Angestellte in der Produktion möglichst nahe beieinander anzusiedeln. Der dadurch entstehende Workflow und Ideenaustausch fördere die Produktivität und Innovationsfähigkeit weitaus besser als bei Unternehmen, deren Abteilungen über den Erdball verstreut sind.

Bei General Electric http://ge.com scheint man die dadurch entstehenden Probleme bereits erkannt zu haben. „Es ist nötig, Fertigung, Design, Prototyping und Produktion miteinander zu verknüpfen. Wir glauben an einen simultanen Prozess statt an eine folgegebundene Arbeitsweise“, sagt Michael Idelchik, Vize-Chef der G.E.-Technologiesparte.

Für neue Produktzyklen wichtig

Im Gegensatz zu bereits etablierten Konzernen und deren Produkten ist es vor allem für junge Unternehmen essenziell, Macher und Denker zusammenzuführen, da deren produzierte Güter meist erst seit kurzer Zeit auf dem Markt sind bzw. sich noch in der Einführungsphase befinden. Aber nicht nur der eigene Jahresabschluss profitiert von den Synergien der Zusammenarbeit. Eine Studie von Michael Greenstone vom Massachusetts Institute of Technology http://mit.edu hat untersucht, was in Städten passiert, wenn sich ein Industrieunternehmen mit einer Fertigungshalle dort niederlässt. Sein Ergebnis: Sowohl die Produktivität anderer Firmen als auch die Löhne der Beschäftigten sind angestiegen.

Die USA haben in den vergangenen Jahren gegenüber dem asiatischen Raum in manch schnell wachsendem Sektor wie der Biowissenschaft oder der Nanotechnologie einiges an Terrain verloren. Mitgrund dafür ist zweifelsfrei die Krise der US-amerikanischen Fertigungsindustrie. „Eine pulsierende Fertigung ist untrennbar mit der Innovationsfähigkeit der Nation verknüpft“, hat es unlängst das Weiße Haus in einem seiner Stellungnahmen formuliert. Um diesen Sektor wieder anzukurbeln, wird es unablässig sein, staatliche Ausgaben in Forschung und Entwicklung zu erhöhen, qualifizierte ausländische Arbeitskräfte anzulocken sowie das Land mit einer gezielten Standortpolitik für Unternehmen wieder attraktiv zu machen.

pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Sebastian Köberl
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