Gesichter: Länder-Schnitt im Vergleich (Foto: abdn.ac.uk)

Computer generiert Durchschnittsgesichter – Forscher stellen Web-Tool für eigene Experimente online

Aberdeen – Forscher der University of Aberdeen http://abdn.ac.uk haben ein Computerprogramm entwickelt, das aus zwei oder mehreren Gesichtern ein „Durchschnittsgesicht“ errechnen kann. Zur Demonstration haben sie Antlitze von Frauen aus 41 verschiedener Nationen und Ethnien zusammengefasst und bieten auch ein Online-Tool an, für dessen Verwendung User auch eigene Fotos hochladen können.Gesichter: Länder-Schnitt im Vergleich (Foto: abdn.ac.uk)

Durchschnitt ist schöner

 

Die „Face Research Group“ folgt dabei dem Ansatz von Sir Francis Galton, der sich bereits im 19. Jahrhundert mit Gesichtsmerkmalen und Kriterien der Ästhetik auseinandergesetzt hatte. Dazu legte er Portraits von Personen via Lichtprojektion übereinander. Forschungskollegen fanden die so erzeugten Gesichter in der Regel schöner als die jeweiligen Einzelpersonen, wenngleich das optische Ergebnis als Folge seiner Erstellungsmethode in der Regel stark verwaschen war.

Ein Urteil, dass auch der deutsche Schönheitsforscher und Psychologe Ronald Henss, nachvollziehen kann. „Der Durchschnitt, den man aus einer Stichprobe von Gesichterfotos zieht, liefert durchaus allgemein gefällige Grundmuster“, erklärt der Wissenschaftler gegenüber pressetext. Diese Systematik lässt sich laut dem Experten auch im Tierreich beobachten.

Online-Tools demonstrieren Technik

Die Forscher bedienen sich eines einfachen Ansatzes, um Gesichter auf ihre Schnittmengen zusammenzufassen. So werden auf den Bildern der verschiedenen Personen jeweils die gleichen Punkte markiert. Diese Umfassen die Form von Augen, Nase, Mund und Kopf, sowie die Umrandung von Ohren, Frisur und markante Falten und Grübchen. Aus der Gesamtheit der Messungen wird eine Schnittform errechnet, in welche jedes Gesicht transformiert wird.

Im nächsten Schritt wird darüber die durchschnittliche Hautfarbe gelegt und ein „Prototyp“-Gesicht für die Gruppe erstellt. Je nach Ziel der endgültigen Auswertung ist dabei vorab auf die Auswahl der jeweiligen Kandidaten zu achten, abhängig davon welche gemeinsamen, unveränderlichen Kriterien sie erfüllen sollen. Darunter fallen etwa Alter, Geschlecht, Ethnie oder geografische Herkunft. Deren Kombination wiederum ermöglicht die Erstellung weiterer Prototypen mit Änderungen einzelner Eigenschaften.

Die Technik erlaubt somit nicht nur die Zusammenfassung beliebig vieler Gesichter, sondern auch andere Spielereien. So steht mit „Make A Baby“ unter anderem ein Online-Tool bereit, mit dem ein Babygesicht anhand der Portraits beider Eltern generiert wird.

Online-Tools der „Face Research“-Group:
http://www.faceresearch.org/demos/

pressetext.redaktion
Ansprechpartner: Georg Pichler
Gesichter: Länder-Schnitt im Vergleich (Foto: abdn.ac.uk)