US-Datenhunger bringt EU-Wirtschaft Vorteile – Cloud-Anbieter profitieren von strengeren Gesetzen

Washington (pte/09.12.2011/06:15) US-amerikanische Anbieter von Cloud-Diensten haben Probleme, Kunden außerhalb der USA für sich zu gewinnen. Der Grund liegt in den weitreichenden Befugnissen der Regierung zum Zugriff auf gespeicherte Daten, die durch den Patriot Act garantiert werden. Viele Firmen weichen deshalb auf Konkurrenzanbieter aus Europa aus, die den strengeren hiesigen Datenschutzrichtlinien unterliegen, wie Politico berichtet.

„Wir merken sehr wohl, dass der Standort in Deutschland ein Vorteil ist. Viele Aufträge kriegen wir nur, weil unsere Datenzentren und Dienste in Deutschland sind. Allerdings spielt da auch die geografische Nähe, die viele Vorteile bringt, eine Rolle“, sagt Thomas Sprenger, Sprecher von Pironet NDH http://www.business-cloud.de , gegenüber pressetext.

 

Zugriff durch Behörden

In den USA können Behörden praktisch unbegrenzt auf Daten von Firmen und Privatpersonen zugreifen. Die Betroffenen müssen dabei nicht einmal von den Eingriffen in Kenntnis gesetzt werden. „Auch in Deutschland kann die Staatsanwaltschaft auf Daten zugreifen. Allerdings müssen die Besitzer darüber informiert werden. So gaben Betroffene zumindest eine Möglichkeit, dagegen vorzugehen“, erklärt Sprenger. Für Personen und Unternehmen, die sensible Daten in der Wolke speichern, sind die Bedingungen in Ländern mit strengeren Bestimmungen attraktiv.

„Deutschlands größter Anbieter von Cloud-Diensten hat in den letzten Jahren deutlich an Reputation zulegen können“, so Sprenger. In den USA dagegen sind einige Dienstleister mittlerweile berüchtigt dafür, den Behörden noch weiter entgegenzukommen als gefordert. Der Datenschutz-Standard ist in den USA uneinheitlich. „In Deutschland sind die Unterschiede zwischen Cloud-Firmen dank Richtlinien und Zertifizierungen geringer“, so Sprenger. US-Konkurrenten leiden auch unter den Vorgaben vieler Kunden im Umfeld der Regierung. Die trauen ihre sensiblen Daten nur Anbietern in den USA an. Das führt dazu, dass in vielen anderen Ländern ähnlich verfahren wird, was wiederum potenzielle Kunden abhält.

Internationale Bestimmungen

Die Cloud-Branche in den USA hat mittlerweile reagiert. Eine entsprechende Lobby versucht, die Bedenken von möglichen Kunden zu zerstreuen. Bislang ohne Erfolg. Europäische Anbieter werben mittlerweile sogar mit dem vergleichsweise vorbildlichen Datenschutz. Eine Lösung für das Datenhunger-Problem der US-Regierung scheint für die Cloudanbieter jenseits des Atlantiks nicht in Sicht. Der wirtschaftliche Schaden wächst. „Es werden immer mehr Daten in die Cloud verschoben. Für fairen Wettbewerb bräuchte die Branche internationale Standards“, sagt Sprenger.

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