Zecke: Wirksames Gel soll Abhilfe schaffen (Foto: pixelio.de, Tamara Hoffmann)

Prävention: Gel soll Lyme-Borreliose vorbeugen – Sofortiges Auftragen nach Stich wichtig – Kaum Nebenwirkungen

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie (IZI) http://www.izi.fraunhofer.de entwickeln zusammen mit der Pharmafirma Ixodes und dem Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der Ludwig-Maximilian-Universität München http://www.uni-muenchen.de ein Gel gegen Lyme-Borreliose. Diese Infektionserkrankung wird durch Zecken übertragen. Sogar ein Drittel der Zecken tragen den Erreger in sich. „Menschen können den Erreger tragen, ohne dass die Infektion bei ihnen ausbricht“, sagt IZI-Sprecherin Britta Widmann im pressetext-Gespräch.Zecke: Wirksames Gel soll Abhilfe schaffen (Foto: pixelio.de, Tamara Hoffmann)

60.000 Erkrankungen jährlich

 

Besonders gefährdet sind Personen, die sich viel im Freien aufhalten. Im Frühling kommen die Parasiten hervor und breiten sie sich aus. Allein in Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts jährlich bis zu 60.000 Menschen an der Lyme-Borreliose. Tendenz steigend – denn aufgrund des Klimawandels breiten sich Zecken immer mehr aus. „Sobald das Gel in Apotheken zu kaufen ist, sollten besonders gefährdete Personen wie beispielsweise Forstbedienstete, Jäger, Jogger oder Fußballspieler es immer bei sich tragen“, empfiehlt IZI-Projektleiter Jens Knauer.

Eine Lyme-Borreliose kann die Gelenke und Organe schädigen. Das heimtückische an der Krankheit: Sie bleibt oft unerkannt. Die Betroffenen leiden an Gelenk- und Kopfschmerzen. Vor allem, wenn die charakteristische Rötung rund um die Stichstelle ausbleibt, sind Ärzte ratlos. Unbehandelt kann eine Lyme-Borreliose Rheuma-ähnliche Beschwerden auslösen. Rechtzeitig entdeckt, lässt sie sich gut therapieren.

Weisen Patienten krankheitsspezifische Symptome wie die Wanderröte auf, verschreiben Ärzte für einige Wochen Antibiotika. Ist die Krankheit jedoch weit vorgeschritten oder chronisch, lässt sie sich nur noch schwer bekämpfen. Eine zugelassene Therapie zur Prophylaxe liegt derzeit nicht vor, ein Impfstoff gegen die Infektion fehlt. Das neue Gel soll die Infektion bereits im Keim ersticken: Betroffene müssen es sofort nach dem Zeckenstich lokal auftragen.

Depotwirkung von bis zu fünf Tagen

„Trägt man das Gel gleich nach dem Entfernen der Zecke an der Stichstelle auf und wartet gar nicht erst eventuelle Symptome ab, könnte die Lyme-Borreliose verhindert werden. Denn die Bakterien halten sich die ersten Tage um die Zeckenstichstelle auf und breiten sich erst dann aus. Der aktive Wirkstoff des Gels ist Azithromyzin, das sehr effektiv gegen Borrelien wirkt und diese lokal in der Haut abtötet“, sagt Knauer.

Im Gegensatz zu anderen Antibiotika sind keine Resistenzen von Borrelienstämmen gegen Azithromyzin bekannt. Ein weiterer Vorteil des Wirkstoffes: Er ist nebenwirkungsarm. Außerdem zeichnet er sich durch seine gute Depotwirkung von bis zu fünf Tagen im Gewebe aus. Die Behandlung ist nur dann erfolgreich, wenn das Arzneimittel innerhalb der ersten fünf Tage nach dem Zeckenstich aufgetragen wird. „Eine etablierte Infektion lässt sich mit dem Gel jedoch nicht therapieren, es eignet sich ausschließlich zur Prophylaxe“, betont Knauer.

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Zecke: Wirksames Gel soll Abhilfe schaffen (Foto: pixelio.de, Tamara Hoffmann)