Zapfsäule: Öl bis 2030 wichtigster Energieträger (Foto: pixelio.de/BirgitH)

Energieträger: Mineralöl bleibt bis 2030 dominant – Zunehmender Güterverkehr und Trend zu mehr Diesel

 

Berlin (pte/23.09.2011/13:35) Bis 2030 bleibt Mineralöl der wichtigste Energieträger im Verkehrssektor, wie eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) http://dena.de zeigt. Elektromobilität und Biokraftstoffe haben sich noch nicht durchgesetzt. Im Zuge der Energiewende kommt es deshalb auch bei der Ölversorgung auf Energieeffizienz an. Zapfsäule: Öl bis 2030 wichtigster Energieträger (Foto: pixelio.de/BirgitH) Verkehrinfrastruktur auf Öl eingestellt

Im Jahr 2030 wird Mineralöl mit einem Anteil von 58 bis 84 Prozent weiterhin der bedeutendste Energieträger im Verkehrssektor sein. „Die gesamte Verkehrsinfrastruktur ist auf Erdöl eingeschworen. Dieses Bild wird sich nicht so schnell ändern“, meint dazu Christian A. Rumpke, Bereichsleiter Energieeffiziente Verkehrssysteme bei der dena, im Gespräch mit pressetext.

Die Mineralölversorgung muss deshalb laut der Energieagentur als zentraler Faktor in der Energiepolitik entsprechend berücksichtigt werden. Die deutschen Raffinerien verfügen dabei über eine effiziente Anlagentechnik. Sie beziehen ihr Rohöl vor allem über Pipelines und ihre Standorte sind nahe bei den Kunden. Dies sorgt für einen geringen Energieaufwand beim Transport und erlaubt eine effiziente Verteilung der Produkte.

Aufgrund von technischen Effizienzsteigerungen wird zwar der Kraftstoffbedarf im Pkw-Bereich nach den Szenarien der Bundesregierung bis 2030 stark zurückgehen. Doch wegen der erheblichen Zunahme der Transportleistung im Güterverkehr wird Mineralöl im Verkehrssektor weiterhin eine wesentliche Rolle spielen. Eine große Herausforderung ist der Trend zu mehr Diesel, da dies die Effizienz der Mineralölproduktion gefährdet.

Wachstum im Straßengüterverkehr

„Diesel ist ein sehr effizienter Kraftstoff. Bei einer verstärkten Nachfrage muss dieser aber unter erhöhtem Energieeinsatz hergestellt werden. Das wiederum würde die Effizienzvorteile von Diesel zunichte machen“, so Rumpke. Für die steigende Nachfrage sei vor allem das Wachstum im Straßengüterverkehr verantwortlich. „Aber auch die Schifffahrt schwenkt immer mehr von Schweröl auf leichtere Produkte, wie Diesel, um. Nicht zuletzt ist auch die Zunahme des Luftverkehrs für die erhöhte Nachfrage – Kerosin weist ähnliche Eigenschaften wie Diesel auf – verantwortlich“, unterstreicht der Experte.

Ohne Gegenmaßnahmen könnte 2030 fast dreimal mehr Diesel als Benzin nachgefragt werden. „Hersteller könnten mit der Entwicklung von sparsameren Lkw, Flugzeugen und Schiffen dazu beitragen, den Anstieg der Nachfrage nach Diesel und Kerosin abzuschwächen“, sagt Rumpke. Auch der Konsument sei gefordert und könnte zum Beispiel durch Verkehrsvermeidung oder -verlagerung seinen Beitrag leisten.

Elektromobilität und Biokraftstoffe

Elektroautos und Biokraftstoffe werden zwar laut dem Experten eine wichtige Rolle spielen, können sich aber zumindest bis 2030 gegen Mineralöl nicht durchsetzen. „Ein Elektroauto ist zum Beispiel für Langstrecken-Fahrten noch nicht geeignet“, so Rumpke.

Erst 90.000 von insgesamt 50 Mio. Fahrzeugen fahren mit Erdgas oder Biomethan. „Hierfür sind auch mangelnde politische Rahmenbedingungen und unabgestimmtes Vorgehen der Wirtschaftsakteure verantwortlich. Zudem hat sich der Konsument auch noch nicht mit dem Thema angefreundet“, erklärt der Energieexperte.

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