Chancen für Arbeitslose und Unternehmen

Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden knapper. „Die Arbeit der Zukunft wird immer anspruchsvoller. Die Perspektiven von Beschäftigten aber auch Arbeitgebern werden künftig immer mehr davon abhängen, welches Qualifikationsniveau beim Einzelnen und im Betrieb vorhanden ist. Umso wichtiger ist es, bereits jetzt dem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen und in die Bildung bisher Ungelernter durch Umschulungsmaßnahmen zu investieren“, so Marianne Staudte von der Agentur für Arbeit in Karlsruhe.

Es gibt unterschiedliche Berufsfelder, die schon jetzt hohen Bedarf an Fachkräften haben, der nur schwer zu decken ist. In der Pflegebranche wird schon länger über den Mangel an qualifiziertem Personal geklagt. Aber auch in anderen Berufen gibt es schon nicht mehr genügend Fachkräfte. Berufsabschlüsse in gefragten Berufen können durch IFLAS gefördert werden. Insbesondere sind das die Bereiche Industriemechanik, IT Systemelektronik, Energie- und Gebäudetechnik und der Hotel-und Gaststättenbereich sucht Köche.*

Die Fachleute der Arbeitsagentur haben dies frühzeitig erkannt und investierten 2010 im Rahmen einer Initiative zur Flankierung des Strukturwandels – kurz „IFLAS“ – erneut kräftig in die Heranbildung von qualifiziertem Personal.

In Zusammenarbeit mit ausgesuchten und erfahrenen Trägern. wie beispielsweise dem Berufsfortbildungswerk Karlsruhe (bfw) oder dem Internationalen Bund – Bildungszentrum Karlsruhe (IB) werden arbeitslose Menschen zu Fachkräften ausgebildet.

Das Programm unterstützt in erster Linie Personen, die entweder keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können oder aber als „wieder ungelernt“ gelten. „Das ist der Fall, wenn jemand mehr als vier Jahre nicht mehr in seinem ursprünglich erlernten Beruf, sondern in an- oder ungelernter Arbeit tätig war „, sagt Staudte.

„Der Vorteil für die Umschüler liegt somit auf der Hand: Geringqualifizierte finden in der Regel weniger leicht einen Job und sind im Berufsleben einem höheren Risiko eines Arbeitsplatzverlustes ausgesetzt. Nicht zu vergessen natürlich der Lohn, der für gelernte Mitarbeiter häufig attraktiver ausfällt“, ergänzt Hans-Jürgen Buch vom Berufsfortbildungswerk.

2010 starteten gleich mehrere Umschulungsmaßnahmen.

Zum Beispiel hat im Berufsfortbildungswerk eine 2jährige Umschulung zum Industriemechaniker mit 24 hoch motivierten Teilnehmern begonnen. Das Qualifizierungszentrum Metall des bfw bildet seit vielen Jahren Industriemechaniker aus. Die Umschulung beinhaltet ein Praktikum, die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse findet in Zusammenarbeit mit der Carl-Benz-Berufsschule in Karlsruhe statt. In dieser Zeit lernen die Teilnehmer unter anderem konventionelle Zerspanung, CNC-Fertigung sowie Steuerungstechnik und werden auf die IHK-Abschlussprüfung vorbereitet.

„Ohne die Umschulung wäre ich weiterhin auf Hilfsjobs angewiesen. Jetzt habe ich wieder eine berufliche Perspektive. Auch wenn mir das ungewohnte Lernen noch schwerfällt, aber die Meister unterstützen mich. Ich weiß, dass ich es schaffen werde und nach meinem Abschluss gute Chancen auf einen besseren und sicheren Arbeitsplatz habe“, äußert sich ein angehender Industriemechaniker.

Die Möglichkeit, mit einen anerkannten Ausbildungsabschluss vor der Industrie- und Handelskammer ab zu schließen bietet auch das laufende Umschulungsangebot zum IT-Systemelektroniker beim IB. Dieses hat ebenfalls eine Laufzeit von zwei Jahren und ist für Teilnehmerinnen und Teilnehmer konzipiert, die eine langfristige berufliche Integration auf dem Arbeitsmarkt anstreben.

Teilnehmer Mohamed A. sagt: „Ich habe mich auf einen Platz beworben, weil ich keine Berufsausbildung habe und nach längerer Krankheit, durch einen schweren Unfall, eine Rückkehr in Helferberufe mit körperlichem Einsatz nicht mehr möglich ist. Durch das Umschulungsangebot zum IT- Systemelektroniker bekomme ich die Chance, als Quereinsteiger, meine selbst erworbenen Grundkenntnisse im IT-Bereich auf eine solide Grundlage zu stellen und mich als Fachkraft auf dem Arbeitsmarkt langfristig zu platzieren.

Natürlich werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch bei ihrer Arbeitsplatzsuche durch die Fachleute der Arbeitsagentur, die Ausbilder und Mitarbeiter der Träger unterstützt. Sie profitieren vor allem von den vielen und langjährigen Kontakten aller Beteiligten zu regional ansässigen Firmen. Nur so kann eine individuell auf den Kunden bezogene Integrationsstrategie realisiert werden.

 

Agentur für Arbeit Karlsruhe