Tallahassee/Berlin – Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung der Florida State University http://fsu.edu zeigt, dass ehrgeizige Arbeitnehmer schnell entmutigt werden können, wenn sie sich ausgenutzt vorkommen. Sie können dem Unternehmen sogar mehr schaden als von Beginn an lethargische Mitarbeiter.
„Eine unternehmensinterne Anerkennungskultur ist für ein gesundes Betriebsklima unerlässlich, da fehlende Wertschätzung nicht nur zu Entmutigung, sondern auch zu Burnout-Symptomen führen kann“, sagt Hanns Pauli, Arbeitsschutzexperte vom Deutschen Gewerkschaftsbund http://dgb.de , im Interview mit pressetext.
Jeder kann aufgeben
Engagierte Mitarbeiter sind kreativer, arbeiten härter und tragen entscheidend zur Produktivität eines Unternehmens bei. Das zeigen die US-Forscher durch eine Befragung von 1.000 Personen aus dem Dienstleistungs- und Industriesektor. Ergebnis: Organisationen und Konzerne mit fleißigen Arbeitnehmern überstehen rezessionsbedingten Druck erfolgreicher als andere.
„Vorgesetzte müssen sich allerdings bewusst sein, dass sogar Vorzeige-Mitarbeiter aufgeben können, wenn man von ihnen immer mehr und mehr verlangt und ihnen gleichzeitig Ressourcen entzieht“, sagt Studienleiter Wayne Hochwarter. Aus der Untersuchung geht hervor, dass arbeitsame Mitarbeiter 50 Prozent zufriedener mit ihrer Arbeit sind als ihre teilnahmslosen Kollegen. Des Weiteren sind sie generell um 40 Prozent glücklicher mit ihrem Leben und verzeichnen eine um 45 Prozent höhere Arbeitsleistung.
Unmut durch Mangel an Respekt
Wird Arbeitnehmern jedoch keine Hilfe, Anerkennung oder Respekt zuteil, ist Unmut vorprogrammiert, warnt Hochwarter. Ehemals arbeitswillige Arbeitskräfte weisen nämlich dann einen 50-prozentigen Rückgang bei der Hilfsbereitschaft auf und sind durchschnittlich um 35 Prozent häufiger über ihren Chef verärgert als noch zuvor. Ihre Produktivität sinkt um 25 Prozent.
Das Forscherteam aus Florida rät Managern, vorsichtig mit betriebsamen Mitarbeitern umzugehen. Man sollte sie nicht vernachlässigen und ihnen die materielle und immaterielle Anerkennung zu Teil werden lassen werden, die sie auch verdienen. Viele Chefs glauben, engagierte Untergebene leichter handeln zu können als andere, doch das ist in den meisten Unternehmen schlicht nicht der Fall, so der Tenor.
pressetext.redaktionAnsprechpartner: Sebastian Köberl
Büro: Forscher fordern, dass Leistung belohnt gehört (Foto: pixelio.de, Sturm)