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WHO: Mangel an HIV-Bluttests vielerorts eklatant - In Simbabwe werden lediglich 5,6 Prozent der Patienten untersucht

Ein Mangel an HIV-Tests könnte laut der WHO http://who.int die Anstrengungen zur Diagnose und Behandlung gefährden. Das Team um Vincent Habiyambere hat die Reaktionen auf die jährlichen Umfragen analysiert, die die WHO zwischen 2012 und 2014 an 127 Länder geschickt hatte. Ermittelt werden sollten die Kapazität und der Einsatz bei Bluttests, die den HIV-Status und den Gesundheitszustand überprüfen. Dabei zeigten sich erschreckende Lücken in der Versorgung...Foto: pixelio.de, Andrea Damm

Probleme in Afrika

Diese Ziele sehen vor, dass 2020 rund 90 Prozent aller Menschen mit HIV ihren HIV-Status kennen, dass 90 Prozent mit einer Diagnose eine antiretrovirale Therapie erhalten und dass 90 Prozent dieser Patienten über eine dauerhafte Unterdrückung des Virus verfügen. Labortests sind für das Erreichen und Überwachen dieser Ziele wichtig. Laut den in "PLoS Medicine" veröffentlichten Ergebnissen sind jedoch mehrere Länder mit niedrigerem oder mittleren Einkommen, dazu gehören auch afrikanische Länder mit hoher HIV-Belastung, dafür nicht gerüstet.

Im Verlauf der dreijährigen Laufzeit der Studie beantworteten 55 Länder, das entspricht 43 Prozent, alle drei Umfragen. 35 Länder reagierten auf zwei Befragungen, 25 auf eine. Neun Länder reagierten auf keine der Umfragen. Die Versorgung mit Tests verbesserte sich zwar im Laufe der Zeit. In manchen Ländern blieben die Defizite jedoch bestehen. Die Gründe für die Lücken in der Versorgung könnten am Mangel an Reagenzien, bei Anlagen, die nicht installiert oder richtig gewartet wurden oder an nicht ausreichender oder fehlender Ausbildung liegen.

Wartung nicht gegeben

In manchen Einrichtungen wurden die Geräte nicht regelmäßig gewartet, in anderen funktionierten sie nicht mehr richtig. Verträge für ein Service oder eine Reparatur waren nicht vorhanden. Laut Habiyambere muss von den Regierungen und ihren nationalen und internationalen Partnern ein nationaler Strategieplan zur gezielten Stärkung dieses Bereichs entwickelt, implementiert und überwacht werden. Die Forscher räumen ein, dass sie den privaten Sektor nicht untersucht haben und dass manche Länder öfter derartige Labors einsetzen könnten als andere.

In einem Editorial schreiben die HIV-Experten Peter Kilmarx und Raiva Simbi, dass diese Forschungsergebnisse zeigen, dass bei manchen HIV-Programmen zu viel Augenmerk auf den Kauf von technischer Ausrüstung gelegt wurde, ohne den Einsatz vor Ort und die Wartung zu berücksichtigen. In der Republik Simbabwe zum Beispiel wurden 2015 bei nur 5,6 Prozent der HIV-Patienten, die Medikamente einnahmen, regelmäßige Bluttests zur Virenbelastung durchgeführt. Dieser Wert liegt weit unter dem angestrebten Ziel von 21 Prozent.

Aussender: pressetext, Michaela Monschein
Foto: pixelio.de, Andrea Damm
Redaktion: TG

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