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Deutsche Umwelthilfe: G20 müssen Zeichen gegen den Klimakollaps setzen

Berlin, 05.07.17 - DUH fordert Staats- und Regierungschefs auf, Grundstein für nationale CO2-Klimaabgaben zusätzlich zu Emissionshandelssystemen zu legen - Wirksame nationale Klimaschutzgesetze bis 2020 in allen G20 implementieren - Investitionen und Subventionen in fossile Energien müssen beendet werden - Erneuerbare sind günstigste aller Energieformen...

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die Staats- und Regierungschefs des G20-Gipfels auf, umgehend konkrete Schritte für mehr Klimaschutz einzuleiten. Derzeit ist kein G20-Staat auf einem Emissionspfad, der das Klimaziel von Paris ermöglichen würde. Dabei stehen die G20 weltweit für 77 Prozent des Endenergieverbrauchs und verursachen 80 Prozent der CO2-Emissionen. Sie tragen damit maßgeblich zum Klimakollaps bei. Die DUH fordert, dass ergänzend zu bestehenden Emissionshandelssystemen (ETS) eine wirksame Bepreisung für den Ausstoß von CO2 eingeführt wird.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Die G20 müssen sich in ihrer Abschlusserklärung zum Klimaschutz bekennen und für die Nutzung von Energie einen CO2-Preis anstreben, der die Klimawirkung des Treibhausgases beziffert. Dieser Ansatz muss gemeinsam mit den anderen Partnern der G20 weiterentwickelt werden."

Nationale Klimaschutzgesetze adressieren CO2-Emissionen, die nicht von ETS abgedeckt sind und sind somit ein wichtiges Instrument für den Klimaschutz. "In den Bereichen Mobilität, Wärmenutzung und Energieeffizienz existieren große CO2-Vermeidungspotenziale, die jedoch nicht ausgeschöpft werden. Es fehlen häufig verbindliche Reduktionsziele und entsprechende Maßnahmen. Diese müssen in den nationalen Klimaschutzgesetzen aller G20-Länder verankert werden. Jeder G20-Staat kann in seinem Rahmen den Klimaschutz voranbringen, ohne auf gemeinsame Entscheidungen warten zu müssen. Für Deutschland hat die DUH 85 konkrete Vorschläge entwickelt", sagt Peter Ahmels, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz. Die Vorschläge sind zusammengefasst im Positionspapier "Die nächsten Schritte der Energiewende": http://l.duh.de/p170705.

Investitionen in fossile Energien haben eine Nutzungsdauer von 30 bis 50 Jahren und sind angesichts der Pariser Klimaziele nicht länger vertretbar. Sie verzögern darüber hinaus, dass erneuerbare Energien günstiger werden. Förderbanken sollten deshalb keine Kredite mehr für fossile Investitionen bereitstellen.

Zudem sind Subventionen für umweltschädliche Energie abzuschaffen. Dazu gehört auch die Befreiung der Kohlegewinnung von jeglichen Umwelt-Folgekosten wie Gesundheits- und Klimafolgekosten. 2014 flossen in den G20-Staaten über 230 Milliarden US-Dollar an Subventionen in Kohle, Öl und Gas. In Deutschland ist laut Internationalem Währungsfond IWF die Kohleindustrie 2015 mit 49 Milliarden Euro subventioniert worden. "Diese Subventionen verhindern weltweit den Vormarsch der erneuerbaren Energien, die es - inklusiver aller Umweltfolgekosten - mittlerweile zu den günstigsten aller Energieformen gebracht haben", so Müller-Kraenner weiter.

Positionspapier: Die nächsten Schritte der Energiewende

Aussender: Deutsche Umwelthilfe e. V.
Redaktion: Torben Gösch

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