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Bodenschätze der Erde längst nicht ausgeschöpft - Engpässe laut Forscher nur durch Verwertung, Wirtschaft und Umwelt

Genf, 28.04.17 - Bodenschätze wie Mineralien und andere Rohstoffe reichen aus, um unzählige weitere Generationen zu versorgen, so ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Université de Genève http://unige.ch . Zuletzt wurde immer wieder betont, dass die Lagerstätten mineralischer Rohstoffe wie Kupfer oder Zink innerhalb weniger Jahrzehnte erschöpft sein werden...Foto: unige.ch

In neue Tiefen vordringen

Das Team um Lluis Fontboté argumentiert, dass die meisten mineralischen Rohstoffe ausreichen, um den steigenden Bedarf durch Industrialisierung und zukünftige demografische Veränderungen abzudecken. Probleme wie Engpässe bleiben laut dem Geowissenschaftler lediglich durch industrielle Verwertung, Wirtschaft und durch den steigenden Druck durch Umweltfragen und Gesellschaft.

Man dürfe nicht die vorhandenen mineralischen Ressourcen mit den denen bekannter Reserven verwechseln, deren Menge und wirtschaftliche Nutzung bekannt seien. "Studien, die von einem Engpass in diesem Bereich ausgehen, basieren auf Statistiken, die nur die Reserven berücksichtigen und damit nur einen winzigen Teil der existierenden Vorkommen", so Fontboté. Dabei würden jene Ressourcen nicht berücksichtigt, die von geringerer Qualität sind oder die große Menge von Vorkommen, die noch gar nicht entdeckt seien.

Manche Studien berücksichtigen dem Experten nach bekannte und noch nicht entdeckte Ressourcen nicht oder nur kaum. "Unser Wissen über große Teile der Erdkruste ist jedoch nur sehr fragmentarisch und diese Schätzungen sind im Allgemeinen sehr konservativ." Der Großteil der geförderten Vorkommen wurde an der Oberfläche oder in den obersten 300 Metern der Erdkruste entdeckt. "Wir wissen jedoch, dass es Vorkommen in größerer Tiefe gibt. Der Stand der Technik erlaubt eine Förderung in Tiefen von mindestens 2.000 bis 3.000 Metern."

Belastungen für die Umwelt

Frühere Engpässe wie in China sind dem Forscher nach nicht auf den Mangel an Vorkommen zurückzuführen, sondern auf Probleme im Abbau oder der Wirtschaft. Zwischen dem Entdecken eines Vorkommens und seiner wirklichen Nutzung können laut Fontboté zehn, 20 oder mehr Jahre vergehen. Die industrielle Verwertung könne ganz einfach nicht sofort auf ein rasches Ansteigen der Nachfrage reagieren.

Fontboté zufolge ist das wirkliche Problem nicht die Erschöpfung der Ressourcen, sondern die damit verbundenen Folgen auf Umwelt und Gesellschaft. Die Folgen des Bergbaus könnten zwar durch moderne Technologien gemildert werden, viele Herausforderungen blieben jedoch bestehen. Die Belastung für Umwelt, Gesellschaft und die finanziellen Kosten müssen, so der Forscher, gerecht zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern verteilt werden.

Das gelte auch für die Belastungen der Menschen, die in der Nähe von Bergbaugebieten leben, und dem Rest der Gesellschaft. "Recycling ist von entscheidender Bedeutung, aber es reicht nicht aus, um das starke Anwachsen der Nachfrage in den Entwicklungsländern abzudecken." Für Fontboté ist der Schutz von Umwelt und Bergbau gemeinsam möglich. Allerdings muss die Forschung dafür weiter neue Lösungen anbieten.

Die rasche Entwicklung der Technologie und der Gesellschaft werde zwar auch irgendwann den Verbrauch mineralischer Rohstoffe senken, gleichzeitig schaffen neue Technologien wie Handys aber auch eine ganz neue Nachfrage nach Metallen. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin "Geochemical Perspectives" veröffentlicht.

Aussender: pressetext, Moritz Bergmann
Foto: unige.ch
Redaktion: Torben Gösch

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