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Staatssekretär Loßack: „Das System PUSH zur Erfassung von Unterrichtsausfall funktioniert: Lehrkräfte haben mehr Zeit für ihre Hauptaufgabe - den Unterricht“

KIEL, 10.02.17 - „Die Erfassung von Unterrichtsausfall ist wichtig, noch wichtiger ist es, Unterrichtsausfall zu vermeiden - darauf liegt neben der Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität unser Hauptaugenmerk“, sagte heute (10. Februar) Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack. Auch deshalb habe die Landesregierung den von der Vorgängerregierung beschlossenen massiven Lehrkräftestellenabbau gestoppt: Im Schuljahr 2017/18 unterrichteten daher über 2.000 Lehrkräfte mehr an den Schulen des Landes...

Mit dem neuen System PUSH für die Erfassung von Unterrichtsausfall in Schleswig-Holstein, das das eingeschränkte Vorgängersystem ODIS abgelöst habe, sei es gelungen, belastbare und aussagekräftige Daten bei geringem Erfassungsaufwand für die Schulen zu erhalten. „Es bleibt mehr Zeit für Unterricht“, sagte der Staatssekretär.

Für das Schuljahr 2015/16 zeige PUSH, dass 98 Prozent der in allen Schularten im Stundenplan vorgesehen Unterrichtsstunden erteilt worden seien, 2 Prozent seien ersatzlos ausgefallen, 6,6 Prozent der Stunden hätten stattgefunden, seien aber nicht planmäßig unterrichtet worden:

Unbenannt

Bei der PUSH-Entwicklung habe das Ministerium von Anfang an Schulvertreterinnen und -vertreter einbezogen und bis zur Einführung mit ihnen gemeinsam an der inhaltlichen und technischen Weiterentwicklung gearbeitet. Heute könne mit PUSH erfasst werden, wie viele von Ausfall bedrohte Unterrichtsstunden ersetzt werden können und wie viele am Ende ersatzlos ausfielen. „Das ist ein großer Fortschritt zum Vorgängersystem“, betonte Loßack. Vor allem erfasse PUSH nicht nur detailliert die Gründe für Unterrichtsausfall - zum Beispiel Krankheit, Klassenfahrt, Fortbildung -, sondern auch, wie die Schulen damit umgingen. „Niemand hat etwas davon, wenn irgendwo im Internet und ohne Kenntnis von Hintergrund Stunden gezählt werden. Wir brauchen Wissen über die Details“, sagte der Bildungsstaatssekretär.

Jede Schule in Schleswig-Holstein habe ein eigenes Vertretungskonzept, mit dem zum Beispiel durch externe Vertretungslehrkräfte Unterrichtsausfall aufgefangen werde. Die öffentlich geforderte fächerbezogene Erfassung von Unterrichtsausfall werde zudem von den an der PUSH-Entwicklung Beteiligten unter anderem wegen des extrem hohen Erfassungsaufwandes - der zu Lasten von Unterricht gehe - als nicht sinnvoll angesehen. Der Erkenntnisgewinn halte sich in Grenzen, sagte der Staatssekretär und nannte ein schultypisches Beispiel: Häufig würden Stunden an einer Schule wegen Krankheit einer Lehrkraft getauscht. Das heiße, in Woche 1 falle die Mathematiklehrkraft für eine Stunde aus, die Klasse habe stattdessen Deutschunterricht bei ihrer Deutschlehrkraft. Dafür bekomme später in Woche 2 die Mathematiklehrkraft eine Deutschstunde für den Mathematikunterricht. Tatsächlich falle also kein regulärer Fachunterricht aus. Dies statistisch zu erfassen binde unnötig Arbeitszeit der Lehrkräfte und führe zu keinerlei Erkenntnisgewinn, sagte Loßack.

Aussender: Thomas Schunck, Ministerium für Schule und Berufsbildung (SH)
Redaktion: Torben Gösch

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