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BfL: Die Zukunft von Lübecks Feuerwehren

Die BfL-Fraktion lobt die konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der „Arbeitsgemeinschaft Feuerwehr“, wobei mit allen Fraktionen, der Verwaltung und Vertretern der Berufs- und Freiwilligen-Feuerwehr eine gemeinsame Stellungnahme für die Zukunft der Feuerwehr erarbeitet wurde...

Vorausgegangen war ein Gutachten zur Wirtschaftlichkeit und zur Organisationsstruktur der Feuerwehren in Lübeck. Die gemeinsam erarbeitete Empfehlung für die Bürgerschaft hat der Ausschuss für Umwelt Sicherheit und Ordnung in seiner Sitzung am 17. und der Hauptausschuss am 20. Januar d. J. bereits zugestimmt. Dem folgte die Bürgerschaft am 26.01.2017.

Gemäß den Empfehlungen des Gutachtens wird für den Führungsdienst der Berufsfeuerwehr eine personelle Aufstockung der Funktionsstellen als nötig befunden.

Keine Zustimmung fand jedoch der Vorschlag, zwecks Kostenreduzierung die 4. Berufsfeuerwehr-Wache zu schließen. Da Lübeck gemessen an den Einwohnern eine relativ große Stadtfläche hat, ist zur Erfüllung der AGBF-Ziele (Empfehlung: 10 Mann, in 10 min innerhalb 80% der Stadtfläche) eine Reduzierung des Erfüllungsgrades nicht praxisgerecht. Gleichzeitig hat aber das Gutachten auch festgestellt, dass der Bereich Brandenbaum / Eichholz feuerwehrtechnisch schwächer abgedeckt ist. Vorerst bleibt also die Berufsfeuerwehrwache 4 in Schlutup. In 2 Jahren wird anhand des Einsatzverhaltens neu beraten. Eine Option, unter Einbeziehung der resultierenden finanziellen Folgen, wäre dann die Verlagerung der Wache 4 in Richtung Marli, zur besseren Abdeckung der Bereiche Schlutup, Marli, Brandenbaum und Eichholz.

Das Feuerlöschboot „Senator Emil Peters“ ist in die Jahre gekommen und benötigt einen relativ hohen Instandhaltungsaufwand. Ein modernes Löschboot eines Serientyps hat auch einsatzrelevante Vorteile, hinsichtlich Schnelligkeit, Tiefgang und Handhabung. Im Falle einer Verlagerung der Wache 4 würde das Kommando an die Wache 3 in Kücknitz übergehen.

Die Gutachterempfehlung, die Zahl der Freiwilligen Feuerwehren im genannten Umfang zu reduzieren kann nicht geteilt werden. In Lübecks Randgebieten ist eine schlagkräftige Freiwillige Feuerwehr ein dörfliches Gemeinschaftsinteresse. Die Motivation der freiwilligen Helfer, an anderen Standorten mitzuwirken, dürfte deutlich geringer sein. Sicher soll bei der Erneuerung von Unterkunft und Fahrzeugen eine Zusammenlegung mit dem Einverständnis der Ortswehren angestrebt werden. Die Planung für eine zusätzliche Freiwillige Feuerwehr im Bereich Brandenbaum / Eichholz sollte angeschoben werden.

Wir danken der Feuerwehr über die praxisbezogene, umfangreiche und detaillierte Darstellung der Führungsstruktur und der personellen Besetzung, sowie dem Zustand und dem künftigen Bedarf von Personal, Immobilien, Ausrüstungen und Fahrzeugen. Trotz der knappen Budgetierung kann die Feuerwehr durch praxisorientierten Einsatz der Mittel eine hervorragende Verfügbarkeit und funktionelle Einsatzstärke vorweisen. Für die Instandhaltung und Erneuerung der teilweise 30 Jahre alten Fahrzeuge ist der Bedarf von ca. 700.000 € realistisch und muss vom Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Der Eindruck aller: Unsere Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren sind sehr gut aufgestellt.

Solche sachorientierten, praxisbezogenen, überparteilichen Arbeitsgemeinschaften sollten künftig bei allen Projekten eingesetzt werden, bei denen Auswirkungen, Kosten und Nutzen näher analysiert werden müssen, bzw. bei denen teilweise aus politischen Gründen konträr argumentiert wird.

Aussender: Uwe-Jens Iwers, Astrid Stadthaus-Panissié, Fraktion Bürger für Lübeck (BfL)
Redaktion: Torben Gösch

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