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Autisten-Gehirne im MRT klar unterschiedlich . Veränderungen der Struktur entsprechen den Beeinträchtigungen

San Francisco, 08.08.17 - In der ersten großangelegten Studie dieser Art haben Wissenschaftler mittels MRT strukturelle Anomalien bei den Gehirnen von Menschen mit einer der häufigsten genetischen Ursachen für Autismus identifiziert. Die auf den Bildern sichtbaren Veränderungen entsprechen den Beeinträchtigungen bei Kognition und Verhalten. Damit könnten laut der an der University of California https://www.ucsf.edu durchgeführten Studie in Zukunft mittels MRT jene Patienten identifiziert werden, die am dringendsten eine Behandlung brauchen...Foto: RSNA

Andere Ursache, andere Wirkung

Zahlreiche Menschen mit Autismus verfügen über Anomalien in einem bestimmten Bereich von Chromosom 13. Die Deletion oder Duplikation eines kleinen Chromosomenstücks ist die häufigste genetische Ursache von Autismus-Spektrum-Störungen. Laut Studienleiterin Julia P. Owen kommt es bei Deletionen eher zu einem vergrößerten Gehirn, Entwicklungsverzögerungen und einem höheren Risiko von Fettleibigkeit. Duplikationen führen zu einem kleineren Gehirn, einem geringeren Gewicht und ebenfalls zu Verzögerungen der Entwicklung.

Die Forscher führten bei 79 Personen mit Deletionen im Alter von 1 bis 48 Jahren und bei 79 Personen mit Duplikationen im Alter von 1 bis 63 Jahren MRTs durch. Weitere Untersuchungen wurden bei 63 nicht betroffenen Familienmitgliedern und einer Kontrollgruppe mit 109 Teilnehmern durchgeführt. Zusätzlich wurde eine Reihe von Tests zu Kognition und Verhalten durchgeführt. Neuroradiologen überprüften die Bilder des Gehirns auf Anomalien bei der Entwicklung. Dabei zeigten sich sehr deutliche Unterschiede in den Gehirnstrukturen der beiden Patientengruppen.

Unterschiede eindeutig

Der Corpus Callosum, der die beiden Gehirnhälften miteinander verbindet, war bei Deletionen anormal geformt und dicker. Bei Duplikationen war er im Vergleich zur Kontrollgruppe und den nicht erkrankten Familienmitgliedern jedoch dünner. Weitere deutliche Unterschiede waren ebenfalls offensichtlich. Bei Personen mit einer Deletion war das Gehirn deutlich vergrößert. Davon betroffen war auch die Erweiterung des Kleinhirns in Richtung Rückenmark. Bei Patienten mit einer Duplikation war das Gehirn deutlich kleiner, das Volumen der weißen Substanz und der größeren Ventrikel geringer. Die Forschungsergebnisse wurden in dem Fachmagazin "Radiology" http://pubs.rsna.org/journal/radiology veröffentlicht.

Aussender: pressetext, Moritz Bergmann
Foto: RSNA
Redaktion: Torben Gösch

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